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Wikimedia Deutschland

Wikidata ist eine kollaborativ erstellte freie Wissensdatenbank und ein Schwesterprojekt von Wikipedia. Ihre Daten sind ein wichtiger Grundbaustein für die QURATOR-Plattform, die im Bündnis entwickelt wird.

Der Grundbaustein für die QURATOR-Plattform

Was ist die Aufgabe von Wikimedia Deutschland im Verbundprojekt QURATOR?

Lydia Pintscher: Wikimedia Deutschland steuert mit seiner kollaborativen Wissensdatenbank Wikidata eine der Basistechnologien für das Projekt bei. Wir befassen uns in QURATOR damit, wie die Datenqualität in einer kollaborativen Wissensdatenbank sichergestellt werden kann. Hierbei soll es vor allem darum gehen, neue Werkzeuge zu erforschen, die es den Editoren auf Wikidata ermöglicht, die Daten in gutem Zustand zu halten. Außerdem soll ausgearbeitet werden, wie die Daten zugänglicher gemacht werden können, um darauf neue Applikationen für Wissensarbeiter aufbauen zu können.

Welche Anwendungsszenarien werden entwickelt?

Für Wikimedia ist das Hauptanwendungszenario die Nutzung der Daten in Wikidata als Grundlage für viele Teilprojekte. Hierbei sollen hochqualitative Daten (vor allem allgemeinnützliche Daten über Konzepte in der Welt, ähnlich wie man sie in Wikipedia findet) und eine zugehörige Ontologie nutzbarer gemacht werden, um darauf intelligente Systeme aufbauen zu können.

Wikimedia Deutschland befasst sich in QURATOR damit, wie die Datenqualität in einer kollaborativen Wissensdatenbank sichergestellt werden kann. Das Hauptanwendungszenario ist die Nutzung der Wikidata-Daten als Grundlage für viele QURATOR-Teilprojekte.

Welche technologischen Innovationen streben Sie an?

Es sollen verschiedene Wege gefunden werden, automatisiert Fehler und andere Probleme in einer großen Wissensdatenbank zu finden und daraus Handlungsempfehlungen für Wikidatas Editoren zu entwickeln. Die Problemfelder können von Widersprüchen in den Daten über Unstimmigkeiten in der Ontologie bis hin zu fehlenden Quellennachweisen für umstrittene Datenpunkte reichen. Wir werden außerdem versuchen, automatisiert Quellennachweise für bereits vorhandene Datenpunkte zu sammeln um die Datenbasis weiter mit Quellen zu unterlegen.

"Wikidata wird bereits heute in vielen künstlichen Technologien wie zum Beispiel Siri und dem Google Knowledge Graph als Datenbasis genutzt. Wir gehen davon aus, dass dies in den kommenden Jahren massiv zunehmen wird."

Lydia Pintscher

Welche Rolle spielen Künstliche Technologien schon heute für Wikimedia?

Eine große Rolle, insbesondere bei Wikidata. Wikidatas Daten werden kollaborativ von einer großen Freiwilligencommunity gesammelt und gepflegt. Da Wikidata immer weiter wächst und die Editoren für immer mehr Daten verantwortlich sind, können hier künstliche Technologien sehr helfen. Diese können die Editoren auf vielfältige Art und Weise unterstützen. Bereits heute unterstützten sie zum Beispiel die Editoren, indem sie alle Änderungen daraufhin überprüfen, ob Vandalismus vorliegt. Damit können sich die Editoren auf den kritischen Teil aller Änderungen konzentrieren und müssen nicht jede Änderung anschauen.

Für Wikimedia ist es wichtig, die Algorithmen und Entscheidungsprozesse so transparent wie möglich zu gestalten, um den Nutzer*innen auch weiterhin das nötige Verständnis und die Entscheidungshoheit zu geben.

Über Wikimedia Deutschland

Als Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens arbeitet Wikimedia Deutschland daran, dass Projekte wie die Wikipedia auch in Zukunft existieren können und dass Freies Wissen in unserer Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit wird. Wir unterstützen die unschätzbar wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen in den Wikimedia-Projekten und wirken darauf hin, dass sich noch mehr Menschen beteiligen.

Wikidata hat aktuell Daten zu über 56 Millionen Konzepten und verlinkt diese mit über 3.700 Datenbanken und Katalogen.


© Photograph by Rama, Wikimedia Commons, Cc-by-sa-2.0-fr

Über Wikimedia Deutschland

Wir entwickeln und verbessern Software, damit die Freiwilligen ihr Wissen noch besser in den Wikimedia-Projekten teilen können. Wir arbeiten mit Institutionen aus Kultur, Bildung und Wissenschaft zusammen und bringen politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern die Idee des Freien Wissens näher.

All das tun wir nicht allein, sondern gemeinsam mit den ehrenamtlichen Wikimedia-Communitys, mit unseren Partnerorganisationen innerhalb und außerhalb der internationalen Wikimedia-Bewegung und mit der Unterstützung von mehr als 70.000 Mitgliedern und zahlreiche Spender*innen.

Wikidata hat aktuell 21.000 Editoren (mind. 1 Edit in den letzten 30 Tagen). Diese haben insgesamt seit Anfang von Wikidata vor sieben Jahren über 907 Millionen Bearbeitungen gemacht.

Lydia Pintscher ist Produktmanagerin für Wikidata.

wikimedia.de

Wikidata, Künstliche Intelligenz und das Projekt Qurator

Lydia Pintscher, Produktmanagerin von Wikidata, und Prof. Georg Rehm, wissenschaftlich-technischer Koordinator im Projekt QURATOR sowie Forscher am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), erläutern die Hintergründe und ihre jeweilige Rolle im Qurator-Projekt. Ein Gespräch über das Besondere an der Kooperation, die Erleichterung journalistischer sowie redaktioneller Arbeit und Haustiere, die Diplome bekommen. Zum Interview